Die schönsten Franzosen

Das Metropolitan Museum aus New York wird zu Besuch in Berlin sein. Es leiht der Nationalgalerie Teile seiner weltberühmten, großen Sammlung von französischer Kunst des 19. Jahrhunderts. In jenem Jahrhundert hat sich die Kunst ganz gewaltig gewandelt. Künstler wollten nicht mehr nur Geschichten aus der Bibel oder der Literatur darstellen, sondern die Wirklichkeit zeigen. Wie verschieden Wirklichkeit aussehen kann, wirst du in der aufregenden Ausstellung beobachten können.





     

Das Metropolitan Museum ist eines der größten Museen der Welt. Gegründet wurde es vor mehr als 130 Jahren von Privatpersonen, die den New Yorkern ermöglichen wollten, die neue Kunst kennenzulernen. Zu Beginn waren 174 Werke europäischer Malerei zu besichtigen. Heute umfasst das Museum 3 000 000 Ausstellungsstücke. Neben der europäischen und der amerikanischen gibt es dort auch ägyptische, afrikanische, asiatische und islamische Kunst zu entdecken, alte und neue Kunstobjekte. Außerdem beherbergt das Metropolitan eine Kostüm-, eine Musikinstrumenten- und eine antike Waffensammlung.
So birgt das Museum ein ganzes Universum in sich. Das Herzstück aller Sammlungen im Metropolitan bildet die europäische und amerikanische Kunst. Und weil das Museum zwar immer wieder angebaut hat, um seine vielen Schätze zu zeigen, es aber stets wieder zu wenig Platz hatte, bekommt es momentan erneut neue Räume. Deshalb sind die französischen Meisterwerke des 19. Jahrhunderts auf Reisen gegangen und jetzt zu Gast in der Neuen Nationalgalerie.





Die Sammlung der Nationalgalerie in Berlin wird in mehreren Häusern gezeigt. In der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel ist vor allem die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts zu besichtigen. Doch auch in dieser Sammlung gibt es „schöne Franzosen“. In der Neuen Nationalgalerie wird die Kunst des 20. Jahrhunderts gezeigt - also diejenigen Werke, die entstanden, nachdem die französische Kunst etwas ganz Neues hervorgebracht und durchgesetzt hatte. Hier kann man sehen, wie die moderne Kunst sich weiterentwickelt hat und welch verschiedene Wege sie gegangen ist. Viele der Künstler, die die Neue Nationalgalerie zeigt, fuhren nach Paris, denn Paris war damals die Hauptstadt der Kunst. So zum Beispiel der Spanier Pablo Picasso, der den größten Teil seines Lebens dort verbrachte. Ihn findet man mit frühen Werken am Ende der Ausstellung des Metropolitan Museum sowie mit späteren Werken in der Sammlung der Nationalgalerie.
Um den Wegbereitern der modernen Kunst im 19. Jahrhundert Platz zu bieten, werden die Kunstwerke der Neuen Nationalgalerie in diesem Sommer ausgeräumt. Statt ihrer präsentieren sich in dem schönen Glasbau des Architekten Ludwig Mies van der Rohe die „schönsten Franzosen“ aus New York.
Dass diese ihren Sommer in Berlin verbringen, ist dem Verein der Freunde der Nationalgalerie zu verdanken, der sie eingeladen hat. Seit nunmehr dreißig Jahren besteht der Verein der Freunde der Nationalgalerie. Er unterstützt das Museum durch Ankäufe von Kunstwerken und die Organisation und Finanzierung von Ausstellungen. Vielleicht hast du die große Ausstellung „Das MoMA in Berlin“ vor drei Jahren gesehen oder zumindest davon gehört. Auch diese Ausstellung hat der Verein ermöglicht. Damals waren die Meisterwerke des 20. Jahrhunderts aus dem New Yorker Museum of Modern Art in Berlin zu Gast, jetzt kommen die Meisterwerke des 19. Jahrhunderts aus dem New Yorker Metropolitan Museum hierher.